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Privat

Wochenende in Deutschland

The Vespa-experience

Sorry Leute, dass ich mal wieder so lange nix geschrieben hab. Ich bin im Moment etwas Lustlos, was das Schreiben angeht - lese lieber :-)

Am vergangenen Wochenende war ich in Deutschland. Freitag Abend bin ich hingeflogen und Dienstag Morgen zurück. Da die Welt immernoch ein sehr kleiner Ort ist, habe ich wie fast selbstverständlich auf dem Hinflug zufällig zusammen mit einem alten Nachbar und mit Ines zusammen im gleichen Flieger gesessen und auf dem Rückweg mit Studienfreund Stange. Ich nenne es das Billigflieger-Syndrom. Die lieben Geißlers haben Axel, seine Frau und mich dann vom Flughafen abgeholt. Es war eine sehr unterheltsame, lustige Fahrt! Danke!

Es tat richtig gut mal wieder Zuhause zu sein, Familie und Freunde zu sehen! Nicht, dass ich es hier inzwischen nicht auch echt gut hätte und es mit ganz vielen lieben Leuten zu tun hätte, aber es ist eben doch etwas anderes. Samstag früh bis Sonntag Nachmittag war ich in Oer-Erkenschwick auf der dritten Wischu-Vorbereitung. Sonntag Abend spontan mit Alex und Liane im neuen James Bond (Echt sehenswert! Der beste Bond, den ich seit Ewigkeiten gesehen habe.).

Montag habe ich mich dann um meine Vespa gekümmert, die Fred und Karina liebenswerterweise zuvor für mich aus der Nähe des entfernten Höxter abgeholt hatten. Zunächst hat auch alles erstmal ganz gut geklappt. Zulassung, Versicherung und Schildchen besorgt, zu Inspektion und Reifenwechsel gebracht und wieder abgeholt. Zuhause angekommen und eingeparkt, passierte aber das Ungeschick: der einzige Schlüssel brach im Zündschloss ab. :-(

Zum Glück hatte ich im Vorhinein ja für alle Fälle vorgesorgt und einen Billigflieger zurück gebucht. Meine liebe Mama hat mich nach Weeze zum Flughafen gebracht. Da wir viel zu früh dort waren, haben wir noch ein Wenig zusammen mein neues und ihr altes Suchtspiel gespielt: Sudoku. Diese Sucht, hat Ines mir verpasst. Vielen Dank! ;-)

Naja, so ist mein Abenteuer mit der Vespa zurück nach England zu fahren leider geplatzt. Keine Ahnung, aber vielleicht war es besser so.

7.12.06 11:56


„Do you believe in god?“ „No!“

„So, what do you believe in?”

werde ich hier gelegentlich gefragt.

“In love, life and nature!” antworte ich stolz und ohne zu zögern. In der Regel schließt sich eine leidenschaftliche Diskussion über die katholische Kirche, den Papst, Verhütung und über das Gute und Böse an Religionen an. Das woran ich glaube, findet sich darin nicht wieder, höchstens das, woran ich nicht glaube.

Es ist schön einen Standpunkt vertreten zu können, zu argumentieren und sich und seine Welt zu hinterfragen. Aber es macht nicht glücklich, an etwas nicht zu glauben und zu wissen warum. Im Gegenteil, wenn andere von dem reden, was sie erfüllt und glücklich macht – sei es ihre Religion oder die Liebe ihres Partners oder Partnerin – spüre ich in mir eine Sehnsucht aufkommen. Es ist die Sehnsucht nach Glück.

Wenn mich jemand fragen würde „Macht dich denn das, woran du glaubst nicht glücklich?“, würde ich antworten: „Doch, aber nur, wenn alles da ist!“ „Wie meinst du das?“ Vielleicht hilft diese Geschichte es zu verstehen …

… Meine Füße tragen mich im Takt einer inneren Musik über den schmalen Weg zwischen Bahngleisen und Sumpf. Mein langer schwarzer Mantel lässt mich mit der Dunkelheit meiner Umgebung verschmilzen. Sein Stoff und die weichen Sohlen meiner Schuhe verschlucken nahezu jedes Geräusch. Der Mond und ein paar Laternen an der entfernten Straße beleuchten sanft das wilde Feld und den Sumpf zu meiner Linken. Bläulich schimmernder Nebel liegt auf dem Grass, den Straßen und dem düsteren Weg vor mir.

Ich laufe schnell. Mein Herz schlägt langsam, ich habe Zeit, bin auf dem Heimweg. Ich bin gerne draußen, obwohl es kalt ist. Und doch treibt mich irgendetwas vorwärts. Vielleicht ist es die überschüssige Energie, die ich in mir spüre. Nichts außer mir selbst scheint sich um diese Uhrzeit hier mehr zu bewegen. Der Weg vor mir ist stockfinster. Aber ich kenne ihn inzwischen gut genug, um meine Füße die Arbeit allein tun zu lassen. Mein Geist hat Zeit sich um andere Gedanken zu kümmern.

„Ein wundervolles Gefühl die kalte neblige Luft einzuatmen! Ich freue mich schon auf’s Joggen morgen, auf den Wald und die Anstrengung!“ geht es mir durch den Kopf und ein abwesendes Lächeln huscht über meine Lippen. Es wird die nächste Gelegenheit sein, mal wieder die Seele wandern zu lassen. Der Wald, durch den ich hier für gewöhnlich Laufe ist nicht vergleichbar mit dem was ich von Zuhause kenne: er ist ursprünglich, dicht und vielfältig.

Beim Joggen kommen mir oft hervorragende Ideen für den Unterricht. „Vielleicht erfinde ich ja mal wieder ein kleines Sprachspiel“ überlege ich und ducke mich unter dem fiesen Ast hinweg, der an dieser Stelle bestimmt schon so einige Nachtgänger verärgert hat. Meine Laune steigt und ich fange an in Gedanken eine amüsante Unterrichtsstunde für meine beste Nachmittagsgruppe vorzubereiten. Das Lächeln bleibt diesmal bestehen. Es tut einfach gut zu wissen, dass man etwas sinnvolles zu tun hat und dass es Menschen gibt, die mich spüren lassen, dass ich gut in dem bin was ich tue.

Das dunkle Stück des Heimweges liegt so gut wie hinter mir. Die erste Straßenlaterne markiert das Ende des Feldes und den Anfang der Siedlung „Fetcham“. Ein großes Blatt fällt mir direkt vor die Füße. … tap, tap … ich halte an, bücke mich, um es aufzuheben. „Es ist grün und sieht absolut gesund und gut aus! Warum fällt so ein Blatt einfach vom Baum? OK, es ist Herbst, aber es wehte kein Lüftchen und es hängen doch viel verwelktere Blätter dort oben! Wie ungerecht!“ Ich stehe wie angewurzelt da und schaue verstört auf das schöne Blatt. Mein Geist schafft eine Verbindung zwischen diesem Stück Laub und meinem eigenen Leben: Vor meinem inneren Auge sehe ich einem wunderschönen Mädchen ins Gesicht. Sie sieht mich nicht an, schaut zu einer Freundin, die ihr irgendetwas erzählt. Sie lacht und ich weiß in diesem Moment, dass ich sie lieben könnte, wenn sie mich doch nur ließe. Woher ich das weiß, weiß ich nicht. Ich weiß es einfach. Eigentlich kenne ich sie kaum, habe nur bei einem Treffen kurze Zeit neben ihr gesessen und viel Spaß mit ihr gehabt. Seitdem versuche ich mich mit ihr zu treffen. Sie hat immer etwas anderes vor.

Eine heiße Träne rollt mir über die Wange. Verschwommen nehme ich wieder das Blatt wahr, das ich immer noch in meiner rechten Hand halte. Das Lächeln ist längst verschwunden, das Blatt ist zerknüllt. Mir wird wieder klar, was mir schon seit Jahren fehlt: „Ich habe eine tolle Umgebung, einen guten Job aber niemanden, der meine Liebe möchte“. Es tut weh, weil ich doch grad davon so viel hab. Wozu also der Stolz? Ich wische mir die Träne aus dem Gesicht und gehe langsam das letzte Stück nach Hause. Das Blatt, oder das, was davon übrig ist, lasse ich kurz vor dem Grundstück fallen. Mein Herz rast. Ich bin müde, aber ich weiß, dass es heute nicht leicht wird zu schlafen.

20.11.06 01:13


Sorry!

Hi Leute,

sorry, dass ich so lange nix von mir hab hören lassen. Hab einfach viel um die Ohren gehabt und irgendwie in meiner Freizeit ein paar andere Sachen bevorzugt, als vor'm Rechner zu sitzen.

Mir geht's auf jeden Fall gut, ich hab mich in meiner neuen Bude gut eingelebt und fühl mich wohl hier und ich werd auf jeden Fall dieses WE was neues auf den Blog stellen.  

Bin übrigens über's WE Anfang Dezember für ein paar Tage in Deutschland. Vielleicht sieht man sich ja. Hab zwar schon viel vor, aber ... es wäre ja nicht allzu weit ... :-)

17.11.06 17:45


Besuch

Wohnungsstress und Schulwahnsinn

Juhuu! Ich habe zum ersten Mal Besuch. Irina ist mich am Dienstag Abend besuchen gekommen und bleibt noch bis nächste Woche Donnerstag. Das tut echt gut hier in der WG grad nicht "allein" zu sein, auch wenn mein Zimmer für zwei Personen etwas klein ist und wir es schaffen ständig Chaos zu machen. Mein 'Lieblingsmitbewohner' hat mir mal wieder gedroht. Diesmal weil ich die Dreistigkeit besitze morgens heiß duschen zu wollen. Ja nee, ist klar, darüber wer wann hier heißes Wasser nutzen darf hat er ja auch zu entscheiden. Dementsprechend hat er einfach mal die letzten drei Tage nachts die Vorwärmzeit des Boilers umgestellt, was mir morgens nur noch Kaltes Wasser bescherte. Ganz toll wenn man sich bei össeligem Dreckswetter vor hat erstmal aufzuwärmen!

Insofern könnt ihr euch vielleicht vorstellen, dass ich grad ganz gern Besuch hier habe. Donnerstag hat Irina mich zu Schule begleitet und ist mit in den Unterricht gekommen. Hat uns beiden Spaß gemacht. Allerdings hatte ich gehofft zumindest die Mädelz etwas auf Abstand bringen zu können. Naja, die Jungs gehen jetzt noch mehr ab und würden am liebsten nen Fanclub aufmachen. Ihr Schlacht ruf scheint auf jeden Fall schon klar zu sein "Stefan, wir lieben dich!". Die Mädelz sitzen einfach nur mit riesigen Augen im Unterricht vor mir, sagen mir, wie toll sie meine Brille finden oder versuchen mich in den Pausen zu zehnt über möglichst persönliche Sachen auszufragen.

Zum Glück ist jetzt erstmal Half-Term-Break und ich kann in "Ruhe" bei Umzugsplanung die nächste Woche mit London-Besuchen und Unterrichtsvorbereitung verbringen.

21.10.06 12:55


Nach Respektlosigkeit kommt Aggression

Es eskaliert ...

Dass die Jungs mich hier nicht schlafen lassen und die ganze Nacht Parties machen ist ja nix neues. So auch gestern. Dass jetzt aber rassisstische Sprüche, Beleidigungen und Handgreiflichkeiten kommen würden, hat mich jetzt nicht grad glücklich gestimmt.

Einer meiner Mitbewohner ist offensichtlich sehr cholerisch und aggressiv. Irgendwo zwischen auf mich los gehen wollen aber noch zurückgehalten werden, an die Gurgel greifen und zudrücken und nach einem Messer greifen hört der Spaß dann doch auf. Fühl mich hier nicht mehr sicher. Versuche jetzt schleunigst was neues zu finden. Hab bloß leider nen Jahres-Mietvertrag, nicht die Kohle für ne zweite Bude und noch keine Alternative in Sicht. Das ist mir jetzt doch etwas zu spannend geworden.

11.10.06 20:54


Freunde

Dankeschön!

Das beste was mir hier passieren konnte, war mit meinen Freunden hier her zu fahren. Danke Miyuki, danke Heiki, danke Till! Danke Ines, dass du auch hier bist! Ohne euch wäre mir der Start wesentlich schwerer gefallen und ich hätte wahrscheinlich nicht annähernd so viel gelacht, gesehen und erlebt. Wie gesagt, wenn ihr Lust habt ... ihr seid jederzeit herzlich willkommen!

24.9.06 14:14





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